Ein neues Containerkonzept, das in Österreich im Rahmen des FFG-geförderten Projekts PhysICAL entwickelt wurde, stellt eine intermodale Abrolllösung für den Transport von Holz und Holzprodukten dar.
Container für Rundholz und Holzspäne
Das von Fraunhofer Austria geleitete Projekt zielte darauf ab, zwei logistische Ineffizienzen im Holztransport zu beseitigen: leere Rückläufe aufgrund der einseitigen Verwendung von Rungenwagen und den hohen Zeitaufwand beim Umladen von Stämmen auf die Schiene. Der neu entwickelte Container kann sowohl Rundholz als auch sperrige Materialien wie Hackschnitzel aufnehmen und innerhalb von Minuten zwischen Straße und Schiene umgeladen werden.
Der Container basiert auf dem ACTS (Abroll-Container-Transport-System), einer Abrolltechnik, die häufig auf Baustellen und im Abfalltransport eingesetzt wird. Dabei wird ein standardisierter Greifarmstapler zum Absenken und Aufnehmen von Containern verwendet, die über eingebaute Rollen in Position gerollt werden. Ein Kran ist nicht erforderlich. Eine Greiföse am Container ermöglicht die Verbindung mit dem Lkw-Arm. Falttüren ermöglichen ein schnelleres Be- und Entladen.
Bisher war die Schiene für den Holztransport nur bei Entfernungen von ca. 300 km wirtschaftlich rentabel. Den Projektinformationen zufolge wird diese Schwelle durch die neue Konstruktion auf etwa 140 km gesenkt.
Wägesystem und Prototypentests
Der Prototyp ist mit eingebauten Wägesensoren ausgestattet, die Gewichtsdaten in Echtzeit liefern und so für Transparenz sorgen und das Risiko der Überladung von Lkw verringern.
Die Testphase umfasste Demonstrationstransporte in drei österreichischen Regionen: Steiermark, Niederösterreich und Oberösterreich. Die Versuche betrafen sowohl Rundholz als auch Hackschnitzel und bestätigten die Anpassungsfähigkeit des Containers an unterschiedliche Transportbedingungen.
Beteiligung der Industrie
Fraunhofer Austria leitete das Forschungskonsortium, mit technischer Unterstützung von Georg Kraemer Fahrzeugbau, der für die bauliche Ausführung des Containers verantwortlich war. Die Bahnbetreiber Steiermarkbahn und Wiener Lokalbahnen Cargo waren an dem Projekt und den Betriebstests beteiligt.