BLS Cargo prüft die betrieblichen und logistischen Konsequenzen der vorzeitigen Einstellung der Rollenden Autobahn (Rola), die nun bis Dezember 2025 geplant ist.
Belastung der Infrastruktur führt zur vorzeitigen Beendigung
Die von derRAlpin betriebene Rola hat unter den zunehmenden Störungen im Schienennetz gelitten. Dazu gehören geplante und kurzfristige Bauarbeiten und andere betriebliche Einschränkungen, die zu einer erheblichen Verschlechterung der Zuverlässigkeit des Angebots beitragen. Im Jahr 2024 fielen rund 10 % der planmäßigen Züge aus. Die Situation hat sich im ersten Quartal 2025 weiter verschlechtert, mit einem Rückgang des Zugbetriebs um 22 % im Vergleich zum Vorjahr: 794 Züge fielen aus, verglichen mit 1.018 Zügen im gleichen Zeitraum des Jahres 2024.
Das Schweizer Parlament hatte zuvor die Unterstützung des Bundes für den Dienst bis Ende 2028 verlängert. Trotz der anhaltenden Kundennachfrage und einer durchschnittlichen Auslastung von 80 % ist der Dienst jedoch wirtschaftlich nicht mehr tragfähig. Im Jahr 2024 verzeichnete RAlpin einen finanziellen Verlust von rund 2,25 Millionen Euro. Nach Gesprächen mit den Bundesbehörden wurde beschlossen, den Betrieb mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 einzustellen.
Auswirkungen auf die Ziele der Verkehrsverlagerung
Die Schliessung betrifft die Kapazität von RAlpin, jährlich bis zu 80'000 Lastwagen über den Korridor Freiburg im Breisgau-Novara von der Strasse auf die Schiene zu verlagern. Diese Kapazität entsprach etwa 7 % des gesamten kombinierten Verkehrs durch die Schweizer Alpen. Mit der Einstellung der Rola besteht die Gefahr, dass ein Teil dieses Volumens zumindest vorübergehend wieder auf die Straße verlagert wird, bis sich die Transportunternehmen auf Lösungen für den unbegleiteten kombinierten Verkehr wie kranbare Sattelanhänger umstellen.
BLS Cargo prüft derzeit in Abstimmung mit den Kunden Alternativen, um das Güteraufkommen auf der Schiene zu halten, um Rückverlagerungen auf die Strasse zu verhindern und die Wirtschaftlichkeit und betriebliche Nachhaltigkeit im alpinen Schienengüterverkehr wiederherzustellen.
Übergang zum unbegleiteten kombinierten Verkehr
Ursprünglich als Übergangslösung aus den späten 1960er Jahren konzipiert und 2001 unter der RAlpin AG - einem Joint Venture zwischen SBB, BLS und Hupac - neu lanciert, ermöglichte die Rola die Verladung kompletter Lastwagen auf die Züge, wobei die Fahrer ihre Fahrzeuge begleiteten. Mit der Entwicklung von Infrastrukturen wie der NEAT und neuen intermodalen Technologien hat sich die Aufmerksamkeit auf den unbegleiteten Transport von Containern und kranbaren Anhängern verlagert.
Die Aktionäre der RAlpin haben sich verpflichtet, den Rola-Dienst während der Abwicklungsphase zu finanzieren, um eine geordnete Beendigung und die Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen sicherzustellen. In der Zwischenzeit werden die politischen und branchenbezogenen Diskussionen auf schweizerischer und europäischer Ebene fortgesetzt, um weitergehende Fragen der Zuverlässigkeit der Infrastruktur anzugehen und die langfristige Unterstützung des alpenquerenden Schienengüterverkehrs sicherzustellen.