Wie Post und SBB Cargo die Bahnkapazitäten für die Bewältigung der Weihnachtspakete koordinieren

Wie Post und SBB Cargo die Bahnkapazitäten für die Bewältigung der Weihnachtspakete koordinieren
© Haerkingen / Swiss Post
Die Schweizerische Post verzeichnet in der Vorweihnachtszeit einen starken Anstieg des Paketvolumens und verarbeitet zwischen Black Friday und Weihnachten mehr als 22 Millionen Pakete.

Täglich werden mehr als eine Million Pakete zugestellt, rund 60 % mehr als an einem durchschnittlichen Werktag im übrigen Jahr. An normalen Wochentagen werden in der ganzen Schweiz rund 600'000 Pakete verteilt. Für die Weihnachtssaison 2025 wird erwartet, dass die Paketmengen auf einem ähnlichen Niveau wie 2024 bleiben.

Die Vorbereitungen für die saisonalen Spitzenzeiten beginnen schon lange im Voraus. Die Post stockt das Personal auf, verlängert die Betriebszeiten der Brief- und Paketzentren, erweitert die Zustellrouten und erhöht die Transportkapazitäten. Die Investitionen der letzten Jahre in neue und erweiterte Paketzentren haben auch die Durchsatzkapazität erhöht. Die Bahn spielt dabei eine zentrale Rolle: Rund jedes zweite Paket wird zum Teil mit der Bahn transportiert.

© SBB Cargo
© SBB Cargo

In der Weihnachtszeit werden die Bahnkapazitäten durch längere Züge und die Anmietung zusätzlicher Wagen verstärkt. Seit Mitte Dezember fährt SBB Cargo Schweiz für die Schweizerische Post zusätzliche Ganzzüge, unter anderem zwischen Genf und Härkingen und weiter nach Cadenazzo. Damit sollen die saisonal bedingten Mehrmengen aufgefangen und die Verkehrsströme auf dem Netz stabilisiert werden.

Der Schienenverkehr ist eng in das Logistiksystem der Schweizerischen Post integriert. Die grossen Logistikstandorte sind direkt an das Schienennetz angeschlossen, und die drei grössten Paketzentren verfügen über eigene Terminals für den Containerumschlag. Die Postzentren werden über Rampengleise bedient, die eine direkte Einfahrt der Züge von der Hauptstrecke aus ermöglichen, was die Abfertigungszeiten verkürzt und die betriebliche Flexibilität erhöht.

Die verstärkte Nutzung der Schiene steht im Zusammenhang mit der langfristigen Verkehrsstrategie der Schweizerischen Post, die intern oft als "Bahnoffensive" bezeichnet wird. Das Programm zielt darauf ab, geeignete Transportströme von der Strasse auf die Schiene zu verlagern, insbesondere auf den volumenstarken Ost-West- und Nord-Süd-Korridoren. Die Massnahmen umfassen Verbesserungen der Infrastruktur, schnellere Rangiervorgänge, häufigere Verbindungen und schlankere Prozesse.

Trotz eines insgesamt rückläufigen Transportmarktes hat die Schweizerische Post ihre Transportleistung auf der Schiene in den letzten Jahren um mehr als 20% gesteigert. Die Zusammenarbeit mit SBB Cargo Schweiz konzentriert sich weiterhin auf die Verbesserung der Laufzeiten und der betrieblichen Effizienz, insbesondere in Zeiten hoher Nachfrage, wie zum Beispiel in der Weihnachtszeit.


Ähnliche Themen

Werden Sie Mitglied in unserem Kreis der Insider: Erhalten Sie die wöchentliche Zusammenfassung, die Sie auf dem Laufenden hält!

Neueste Eisenbahnnachrichten

Top-Nachrichten