Der von PKP PLK angebotene Auftrag im Wert von 1,4 Mrd. EUR umfasst den Wiederaufbau von rund 100 km Eisenbahninfrastruktur und wird aus Mitteln der Connecting Europe Facility (CEF) der EU finanziert.
Die Ausschreibung sieht vor, dass nur Auftragnehmer aus der EU, dem EWR oder aus Ländern, die unter das WTO-Übereinkommen über das öffentliche Beschaffungswesen fallen, zur Teilnahme berechtigt sind. Diese Entscheidung folgt einem Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH) und soll die Einhaltung der Vergabevorschriften gewährleisten.
Das Projekt umfasst den Bau eines zweiten Gleises entlang der gesamten Strecke, die Modernisierung von acht Bahnhöfen und zehn Haltestellen sowie die Verbesserung der Eisenbahnverkehrsleitsysteme. Zwei neue Haltestellen, Dziękonie und Ciemnoszyje, werden bestehende Einrichtungen ersetzen, während einige bestehende Haltestellen, wie Białystok Starosielce, Białystok Bacieczki und Dobrzyniewo Duże, verlegt oder umgebaut werden, um die örtlichen Gemeinden besser zu bedienen.
Bahnübergänge werden durch niveaugleiche Kreuzungen ersetzt, darunter 20 Straßenüberführungen, 12 Eisenbahnviadukte und 12 Unterführungen. Diese Änderungen zielen darauf ab, sowohl die betriebliche Effizienz als auch die Sicherheit durch die Beseitigung von Bahnübergängen zu verbessern.
Nach der Fertigstellung wird der ausgebaute Abschnitt Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h für Personenzüge und bis zu 120 km/h für Güterzüge zulassen, wobei die Kapazität für Güterzüge mit einer Länge von bis zu 750 Metern gegeben ist. Die Steuerung des Eisenbahnbetriebs auf diesem Abschnitt wird in der örtlichen Eisenbahnverkehrsleitstelle in Białystok zentralisiert.
Die Modernisierungsarbeiten sollen bis 2029 abgeschlossen sein und einen Beitrag zur umfassenderen Rail Baltica-Initiativeleisten, die darauf abzielt, die baltischen Staaten in das europäische Eisenbahnnetz zu integrieren.