Im Rahmen des Vergleichs wurden sechs repräsentative Frachtrouten und Gütergruppen, darunter Container, Chemikalien und Massengut, in den drei Ländern in den Jahren 2025 und 2026 verglichen. Die Analyse umfasste Trassengebühren, Abstellkosten sowie Traktions- und Energiekosten.
Der Studie zufolge sind die Brutto- Infrastrukturgebühren in den Niederlanden, Belgien und Deutschland weitgehend vergleichbar. Die Nettokosten unterscheiden sich jedoch, da Belgien und Deutschland einen Teil der von den Schienengüterverkehrsunternehmen entrichteten Infrastrukturgebühren erstatten.
Belgien gewährt eine Subvention in Höhe von 1,20 Euro pro Zugkilometer, während Deutschland etwa 32,5 % der Trassenkosten erstattet, wobei dieser Anteil bis 2026 auf 36,8 % steigen wird. In den Niederlanden gibt es kein vergleichbares Subventionssystem.
Die Studie ergab, dass der Betrieb eines 1.200-Tonnen-Containerzugs ab Rotterdam im Jahr 2025 1,55 Euro pro Kilometer kostet, im Vergleich zu 0,88 Euro pro Kilometer ab Antwerpen. Damit liegen die Infrastrukturkosten auf der niederländischen Strecke um 76 % höher als auf der belgischen Strecke.
Auch die Abstellgebühren unterscheiden sich erheblich. Das Abstellen eines Güterzugs kostet in den Niederlanden etwa 18 Euro pro Stunde, während ähnliche Einrichtungen in Belgien kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr zur Verfügung stehen.
Beim Chemietransport zwischen Rotterdam und Ludwigshafen liegen die Infrastrukturkosten rund 25 % höher als bei einem vergleichbaren Transport, der in Antwerpen beginnt. Es wird prognostiziert, dass sich dieser Unterschied bis 2026 auf fast 28 % erhöhen wird. Ähnliche Kostenunterschiede wurden auf den Korridoren festgestellt, die das Ruhrgebiet in Deutschland bedienen.
Die Studie wurde vor dem Hintergrund rückläufiger Schienengüterverkehrsaufkommen in Rotterdam in Auftrag gegeben. Zwischen 2022 und 2025 ging der Schienengüterverkehr von und zum Hafen um etwa 17 % zurück, wobei Rückgänge beim Kohletransport nicht berücksichtigt sind.
Der Studie zufolge verlagern sich Gütertransporte über kürzere Entfernungen zunehmend auf den Straßenverkehr, während der Schienenverkehr über größere Entfernungen der Konkurrenz durch alternative europäische Häfen ausgesetzt ist. Der Bericht weist zudem darauf hin, dass niedrigere Infrastrukturkosten in anderen Regionen die Routenwahl beeinflussen könnten, was dazu führen könnte, dass Güter über konkurrierende Häfen umgeleitet werden, während gleichzeitig weiterhin Schienenverkehr auf dem niederländischen Netz entsteht.
ProRail und die Hafenbehörde Rotterdam erklärten, der Benchmark biete Einblicke in die Wettbewerbsposition des niederländischen Schienengüterverkehrs und verdeutliche die Auswirkungen nationaler Infrastrukturförderprogramme auf die Kosten der Betreiber.