Im Hafen von Tilbury soll eine neue Anlage zur Erzeugung von grünem Wasserstoff entstehen – ein wichtiger Schritt zur Dekarbonisierung eines der wichtigsten Logistikknotenpunkte Großbritanniens und seiner an das Schienennetz angebundenen Lieferketten.
Im Rahmen einer langfristigen Vereinbarung werden GeoPura und Forth Ports eine 1-MW-Wasserstoffanlage errichten, deren Elektrolyse mit vor Ort erzeugter erneuerbarer Energie betrieben wird. Die Produktion soll noch in diesem Jahr anlaufen; der Wasserstoff soll im gesamten Hafenbetrieb sowie im weiteren Einzugsgebiet der Themse-Mündung zum Einsatz kommen.
Aus Sicht des Schienen- und Güterverkehrs unterstreicht das Projekt die zunehmende Bedeutung alternativer Kraftstoffe für die Dekarbonisierung der Schwerlastlogistik, insbesondere in multimodalen Knotenpunkten, an denen Schienen-, Straßen- und Seeverkehr aufeinandertreffen.
Tilbury schlägt große Frachtmengen um und ist an das britische Schienennetz angebunden, was den Hafen zu einem strategischen Knotenpunkt für integrierte Güterverkehrsströme macht. Der Einsatz von Wasserstoff bietet das Potenzial, Emissionen nicht nur bei Hafenausrüstung und Straßenfahrzeugen zu reduzieren, sondern auch in den angrenzenden Logistikketten, einschließlich der an das Schienennetz angebundenen Terminals.
Die Anlage wird durch öffentliche Mittel im Rahmen des Thames-Freeport-Programms gefördert, was Teil einer umfassenderen Initiative ist, kohlenstoffarme Technologien unter realen Betriebsbedingungen zu erproben und ihre Einführung in der gesamten Industrie zu beschleunigen.
Für Frachtunternehmen könnte Wasserstoff eine praktikable Lösung für schwer zu elektrifizierende Bereiche darstellen, die die Elektrifizierung der Schiene ergänzt und die umfassenderen Dekarbonisierungsziele in der europäischen Logistik unterstützt.
Das Projekt steht zudem in Zusammenhang mit großen Infrastrukturvorhaben, darunter die Lower Thames Crossing, bei deren Bau Wasserstoff voraussichtlich erhebliche Mengen an Diesel ersetzen wird.
Während Großbritannien seine Wasserstoffstrategie vorantreibt, weisen Projekte wie das in Tilbury auf eine Zukunft hin, in der Häfen und Eisenbahnknotenpunkte als Energiezentren fungieren und die umliegenden Verkehrsnetze mit kohlenstoffarmen Kraftstoffen versorgen.
Für den Schienenverkehrssektor unterstreicht dies, wie wichtig die Integration von Infrastruktur, Energie und Logistik ist, da die Dekarbonisierung zunehmend über den Antrieb hinaus auf die gesamte Lieferkette ausgedehnt wird.