Der Anteil der Schiene am Güterverkehr in Österreich und in der EU stagniert oder sinkt trotz langjähriger politischer Zielsetzungen weiter.
Der Anteil der Schiene an der österreichischen Güterverkehrsleistung beträgt laut Statistik Austria derzeit 26,4 %. 24,5 % entfallen auf österreichische Lkw, während ausländische Lkw mit 47,6 % auf der Straße führend sind. Der Anteil der Binnenschifffahrt beträgt nur 1,6 %.
In der EU liegt der Anteil der Schiene bei 17 %, während die Straße mit 78 % dominiert.
In der Umfrage, an der 259 Experten aus 177 Organisationen aus verschiedenen Sektoren teilnahmen, wurden sieben spezifische Maßnahmen am häufigsten genannt, die ein hohes Potenzial zur Steigerung des Schienengüterverkehrsaufkommens haben:
- Abschaffung der Steuerbefreiung für Dieselkraftstoff (69 %)Steuervergünstigungen für fossile Kraftstoffe werden als Wettbewerbsvorteil für den Straßengüterverkehr angesehen.
- Erhöhung derCO₂-Zuschläge auf die Lkw-Maut (67 %)Die Erhebung höherer CO₂-Preise auf Mautgebühren wird als Möglichkeit zur Internalisierung der Umweltkosten angesehen.
- Einführung von Mautgebühren für Lkw auf allen Straßen, nicht nur auf Autobahnen (61 %)Die Ausweitung der Mautpflicht über Autobahnen hinaus könnte mehr Güterverkehr auf die Schiene verlagern, insbesondere in regionalen Gebieten.
- Ausbau der Umschlagskapazitäten (57 %)Zusätzliche Terminals und verbesserte intermodale Knotenpunkte werden als wesentlich für einen effizienten Verkehrsträgerwechsel angesehen.
- Erhöhung der Kapazität der Eisenbahninfrastruktur (55 %)Netzbeschränkungen und Engpässe sind nach wie vor ein Hemmnis für das Wachstumspotenzial.
- Sicherstellung des Bahnanschlusses für neue Industriestandorte (53 %)Bei der Entwicklungsplanung wird die künftige Anbindung an das Schienennetz häufig außer Acht gelassen, was die langfristigen Möglichkeiten der Verkehrsverlagerung einschränkt.
- Verpflichtung zur Nutzung der Schiene für bestimmte Güterkategorien (52 %)Gesetzliche Auflagen für die Beförderung ausgewählter Güter auf der Schiene könnten das Schwerlastverkehrsaufkommen auf Langstrecken reduzieren.
Während 93 % der Befragten angaben, dass mehr Maßnahmen zur Förderung des Schienengüterverkehrs erforderlich sind, sind 77 % der Ansicht, dass das Ziel eines Anteils von 34 % am Verkehrsaufkommen ohne größere Veränderungen nicht erreicht werden kann.
Die Verantwortung für Maßnahmen wurde hauptsächlich den nationalen Regierungen (85 %) zugeschrieben, gefolgt von der EU (68 %), den Infrastrukturbetreibern (45 %) und den regionalen Behörden (38 %).
Digitalisierung und Automatisierung wurden als zukünftige Chancen genannt, während Verzögerungen oder Rückschritte in der Klimapolitik - insbesondere beim EU Green Deal - als potenzielle Risiken angesehen wurden.