DB Energie, ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, erprobt in einem Innovationszentrum in Tübingen Technologien zur direkten Einspeisung von erneuerbarer Energie in die Oberleitungen des Schienennetzes. Im Mittelpunkt der Initiative steht ein neuartiger Sektorkoppler, der als Brücke zwischen Oberleitung, Wasserstofferzeugungsanlage und Batteriespeicher fungiert. Es ist das erste Mal in Deutschland, dass ein solches System zur Erzeugung von grünem Wasserstoff für wasserstoffbetriebene Züge eingesetzt wird.
Das Unternehmen strebt an, bis 2040 kohlenstoffneutral zu sein. Derzeit stammen 68 % des Bahnstroms aus erneuerbaren Quellen, bis 2030 sollen 80 % und bis 2038 100 % erreicht werden. Darüber hinaus fahren seit 2018 alle ICE-, IC- und EC-Fernverkehrszüge in Deutschland mit 100 % Ökostrom.
"Wir planen heute, wie die klimaneutrale Mobilität der Zukunft aussehen wird und wie wir das Bahnstromnetz auf den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien vorbereiten. In der Tübinger Innovationsdrehscheibe erproben wir deshalb den Einsatz innovativer Technologien und gewinnen Erkenntnisse darüber, wie wir in Zukunft flexibel auf sogenannte Dunkelflauten reagieren können. Denn die Versorgungssicherheit des Bahnstromnetzes hat auch in Zukunft höchste Priorität. Züge müssen auch dann fahren können, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht", sagte Andreas Hoffknecht, Geschäftsführer Technik der DB Energie GmbH.
Traditionell wird dieser Strom von einer kleinen Anzahl großer Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen erzeugt. Mit der Umstellung der DB auf erneuerbare Energien wird es jedoch immer mehr kleinere Einspeisepunkte im Netz geben. Diese werden variable Mengen an grünem Strom liefern. Im Gegensatz zu den traditionellen großen Konverteranlagen können Sektorkoppler lokal erzeugten Ökostrom - wie Wind- oder Solarstrom - direkt in die Oberleitungen des Bahnnetzes einspeisen. Dadurch muss der Strom nicht mehr über weite Strecken transportiert werden, was Netzkapazitäten spart. Die Sektorkoppler können auch an Speichertechnologien wie Batterien oder Wasserstoffspeicher angeschlossen werden, so dass die DB grünen Strom speichern und nutzen kann, wann immer er benötigt wird.