Die Verlagerung von Holz auf die Schiene könnte die Emissionen der finnischen Forstlogistik um die Hälfte reduzieren, so eine Studie

Die Verlagerung von Holz auf die Schiene könnte die Emissionen der finnischen Forstlogistik um die Hälfte reduzieren, so eine Studie
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Die Analyse hat ergeben, dass die Verlagerung des Holztransports von der Straße auf die Schiene die wirksamste verfügbare Maßnahme im Hinblick auf Kosteneffizienz und Emissionsminderungspotenzial darstellt.

Eine neue Emissionsszenariostudie, die vom finnischen Forstwirtschaftsverband in Auftrag gegeben und von AFRY Management Consulting durchgeführt wurde, skizziert Optionen zur Reduzierung der logistikbezogenen Emissionen im Forstsektor bis 2035.

Schienengüterverkehr als zentraler Hebel zur Emissionsminderung

Dem Bericht zufolge verursachte die Logistik im Zusammenhang mit der finnischen Forstindustrie im Jahr 2022 1,9 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen. Mehr als die Hälfte dieser Emissionen stammte aus dem Export auf dem Seeweg, der Rest aus dem Rohholztransport und dem inländischen Vertrieb. In diesem Zusammenhang war der Fernverkehr ein Hauptverursacher, wobei allein die Kombifahrzeuge für 22 % der gesamten Logistikemissionen verantwortlich waren.

Eine Verlagerung auf die Schiene wird die Emissionen des Holztransports bis 2035 voraussichtlich um etwa 50 % reduzieren. Die geringere Kohlenstoffintensität der Schiene pro Tonnenkilometer in Verbindung mit Investitionen in Infrastruktur und Terminals wird als eine Möglichkeit gesehen, die Abhängigkeit vom Lkw bei Langstreckentransporten zu verringern. Der Bericht geht davon aus, dass die Menge an Rohholz, die auf der Schiene transportiert wird, von 14 Millionen Kubikmetern im Jahr 2022 auf 25 Millionen Kubikmeter im Jahr 2035 steigen könnte.

Der tägliche Lkw-Verkehr in der Umgebung der Werke und auf den Hauptstraßen könnte bei diesem Szenario um bis zu 700 Fahrzeuge abnehmen. Dies würde es ermöglichen, die verbleibenden Ressourcen auf der Straße auf kürzere Strecken zu konzentrieren, z. B. von den Wäldern zu den Bahnterminals, und so die Ressourcenverteilung in einem Umfeld zu verbessern, in dem die Verfügbarkeit von Fahrern und Fahrzeugen voraussichtlich abnehmen wird.

© VR Logistikka
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Politische Maßnahmen verursachen hohe Kosten, haben aber nur begrenzte Auswirkungen auf die Emissionen

Nationale und EU-weite Klimaregelungen, einschließlich des ETS2-Mechanismus und des maritimen Emissionshandels, sollen bis 2035 zu einer Verringerung der Logistikemissionen der Forstwirtschaft um insgesamt 20 % führen. Ihre Kosteneffizienz wird jedoch in Frage gestellt. So kann das ETS2 beispielsweise die Kraftstoffpreise in Finnland in die Höhe treiben, ohne entsprechende Emissionsreduzierungen innerhalb der nationalen Grenzen zu garantieren.

Maritime Maßnahmen wie die FuelEU Maritime-Verordnung und das ETS für die Schifffahrt werden die Emissionen voraussichtlich nur um jeweils einige Prozent senken, während sie die Logistikkosten erhöhen, insbesondere für Langstreckenexporte. Die Studie stellt fest, dass diese Instrumente für Finnland im Vergleich zu anderen Ländern eine höhere finanzielle Belastung bedeuten.

Andere Maßnahmen: Inkrementell, aber notwendig

Neben der Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene wird in dem Bericht eine Reihe ergänzender Maßnahmen untersucht:

  • Lkw-Kombinationen: Schwerere Lkw-Kombinationen werden in Finnland bereits in Form von Pilotprojekten eingesetzt und könnten bei einer weiteren Einführung zu einer Verringerung der Emissionen um ~29 kt CO₂ beitragen, obwohl sie durch die Tragfähigkeit von Brücken und Straßen begrenzt sind.
  • Elektrifizierung des Schienenverkehrs: Die Elektrifizierung wichtiger Strecken wie der Kontiomäki-Joensuu-Strecke würde zu einem emissionsärmeren Bahnbetrieb beitragen, erfordert jedoch Investitionen in Höhe von schätzungsweise 140 Millionen Euro (die sich öffentliche und private Akteure teilen).
  • Umstellung auf andere Brennstoffe und Effizienz: Mäßige Emissionssenkungen sind durch eine verbesserte Energieeffizienz von Maschinen und Logistikanlagen, einschließlich Holzerntemaschinen und Endgeräten, möglich, auch wenn der Nutzen solcher Änderungen relativ gering ist.

Insgesamt werden gezielte öffentliche Investitionen und eine bessere Koordinierung zwischen staatlichen Akteuren, Eisenbahnunternehmen und der Forstindustrie als notwendige Voraussetzungen für die Ermöglichung der Verkehrsverlagerung und der damit verbundenen logistischen Veränderungen genannt.

Kostenperspektive

Die kumulativen Kosten der vorgeschlagenen zusätzlichen Reduktionsmaßnahmen belaufen sich bis 2035 auf schätzungsweise 31 Mio. EUR pro Jahr, mit durchschnittlichen Reduktionskosten von etwa 231 EUR pro Tonne CO₂. In diesen Zahlen sind die separaten Kosten, die durch verbindliche EU-Vorschriften wie ETS und FuelEU Maritime verursacht werden, nicht enthalten, die die Gesamtkosten für das Emissionsmanagement in der Logistik erheblich in die Höhe treiben.

Die Studie liefert eine quantifizierte Grundlage für den Klimafahrplan des Sektors und zeigt auf, worauf sich künftige Anstrengungen zur Emissionsreduzierung konzentrieren könnten - in erster Linie auf strukturelle Veränderungen und nicht nur auf Kohlenstoffpreismechanismen.


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